Aufstand gegen Abendzeitung - 25. Mai 2011

Nach Ladendiebstahl-Bericht:
Interessengemeinschaft ruft zum Boykott des Blattes auf MUNCHEN Die Munchner Volksseele kocht: Nach einer Schlagzeile der Abendzeitung schlagen die Wellen der Emporung hoch. „So klauen die  Munchner", hatte das Blatt getitelt- ein Schlag ins Gesicht vieler Leser. „Eine Unverschamtheit", ärgert sich Johann StrauB, Initiator der Interessengemeinschaft Munchen.

„Mit dieser Verallgemeinerung wurde der Bogen des Ertraglichen weit uberspannt!" Zahlreiche Munchner hatten sich bei ihm gemeldet und ihre Betroffenheit geauBert- „lauter Leser, die sich von
dem Artikel angegriffen fuhlen und sich nicht als Diebe beschimpfen lassen wollen", so der Initiator der Interessengemeinschaft, die vor 30 Jahren gegrundet wurde und sich seitdem fiir die Belange der Munchner stark macht - so rief die unabhangige Munchner Burgervereinigung 1981 das Stadtgrundungsfest ins Leben und fuhrte es bis 1988 ehrenamtlich durch. Die Interessengemeinschaft Munchen will die Schlagzeile des Blattes keinesfalls unwidersprochen hinnehmen - im Gegenteil: In einem Schreiben ruft die Vereinigung jetzt Leser und Inserenten des  Boulevardblattes dazu auf, die Zeitung zu boykottieren. Begrundung: „Der mundige Burger darf nicht aufgrund von Schlagzeilen als kriminell in der Offentlichkeit hingestellt werden", heiBt es in dem Schreiben, das Hallo Munchen vorliegt und nun an tausende Munchner Haushalte und auch an Anzeigenkunden des Blattes verschickt werden soil. Zugleich lauft laut StrauB gerade eine rechtliche Prufung auf Schadenersatzklage.

Der fur die Schlagzeile verantwortliche Chefredakteur gesteht auf //a//o-Anfrage zu, dass die Formulierung „So klauen die Munchner" „etwas uberspitzt" sei. Das Verhalten der Interessengemeinschaft empfindet AZ-Chef Arno Makowsky aber als „maBlos ubertrieben" -
die IG habe die ..Schlagzeile nicht richtig verstanden". StrauB halt die Motivation fur eine derartige Berichterstattung fiir durchschaubar: „Die Zeitungsleser dtirfen nicht dazu benutzt werden, den Zeitungsverkauf mit alien Mitteln zu erhohen", meint er. Eine Auflagensteigerung konnte das
Blatt allerdings gut gebrauchen -von einstmals stolzen 162 453 taglich verkauften Exemplaren im
1. Quartal 2001 waren laut IVWStatistik im ersten Quartal 2011 gerade mal 115 391 Ubrig.

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