DIE CHRONIK

Johann Strauss
Initiator und Gründer


Die Zustände der Münchner Innenstadt Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre: Nichtsesshafte - Radfahrer -Straßenmusikanten - Verrottung (Geschlechtsverkehr an der Mariensäule mit hunderten von Zuschauern) - illegaler Verkauf - Lärm - Hundekot usw. waren Anlass , die IG München zu gründen, da Stadtverwaltung - Einzelhandel und Polizei tatenlos zuschauten und Altstadtmieter Anlieger, Geschäftstreibende und Kanzleien endlich Gehör finden wollten.

Am 5.Mai 1981 wurden zum ersten Informationsabend durch Herrn Strauss alle Hauseigentümer, Mieter und
Anlieger eingeladen ( ca. 94 Personen darunter Stadtrat Hierl und BA Vorsitzender ) waren anwesend.
Bereits nach weiteren Citystammtischen mit Einladung an Stadträte und Landtagsabgeordnete des Wahlkreises München Mitte wurde am 16. Juni 1981 die erste Fernsehsendung mit Blacky Fuchsberger über "Straßenmusikanten" ausgestrahlt.
Am 21 .Juli 1981 wurde in der konstituierenden Sitzung der Verein INTERESSENGEMEINSCHAFT MÜNCHEN gegründet .
Zum Vorstand wurden Johann Strauss - Horst Kübler (Stoffhaus) Gustl Feldmeier (Beck am Rathauseck)
Prof. Michael Plank (Altstadtmieter) Rechtsanwalt Gloning gewählt. Unter den Beiratsmitgliedern waren u.a.Prof. Gustav Everding (Generalintendant ) Müller-Rischard ( Rischard's Backhaus ) Wolfgang Löscher (Stadtdirektor Schulreferat ) Bundestagsabgeordnete und Stadträte aller Fraktionen sowie Geschäftsführer der Kauf- und Modehäuser, die Bankenvereinigung sowie den Gaststättenverband vertreten.
Wir fanden auch große Unterstützung durch Vereine und Verbände ebenso durch die letzten ( 8. 000 ) Altstadtmieter.
Fast alle Geschäftsleute und Kanzleien in der Innenstadt brachten aufgrund von Podiumsdiskussionen mit Bundes- und Landesminister, Oberbürgermeister - Stadträten und hochrangigen Verwaltungsbeamten schnell die Probleme über Zeitung, Rundfunk und Fernsehen in die Öffentlichkeit.
Nur aufgrund der Öffentlichkeitsarbeit brachten wir die noch heute gültige Fußgängerzonensatzung (Sondernutzung in den Fußgängerzonen z.B. Verbot von Betteln in der FGZ - Fahrradfahrverbot - beschränkte Straßenmusik usw.) im Stadtrat durch.

Auf der IGA (Internationale Gartenschau) haben wir mit einem Informationsstand 4 Wochen mit freiwilligen Helfern über die Münchner Innenstadt informiert. Durch vernünftige Vereinbarungen mit den Straßenmusikanten konnten die Aggressionen (z.T. Messerstechereien wg. der Stellplätze) abgebaut werden.Die Probleme mit den Nichtsesshaften, die sich tagsüber in den Passagen bei 10 grad minus aufhielten, wurden aufgrund unseres Engagement so geregelt, dass die Nichtsesshaftenunterkunft in der Pilgersheimer Straße jetzt auch tagsüber geöffnet ist.
Wir haben auch für die Nichtsesshaften am Richard Strauss Brunnen eine Tombola mit Glühweinausschank organisiert und den Erlös dem Männerfürsorgeverein gespendet.
Podiumsdiskussion über die Einführung von BÜRGERKANTINEN: Stiftung der Restbrote von Pfister und Müller Bäckereien .waren beim Stadtrat ergebnislos. Andere Interessen gingen vor, obwohl das Rote Kreuz als Betreiber sich zur Verfügung stellen wollte und der Stadt Millionen gespart hätte (Essen auf Räder - Zuschüsse)
Die Mieterhöhungen der gewerblichen Mieten und die Verdrängung der Altstadtmieter waren Anlass in der Sendung von Heinz Burghart " Wir hammas denn " und in der Sendung " Jetzt red I " als Bürgeranwalt Johann Strauß sowie die Diskussionsteilnehmer OB Kronawitter -Brauereiverband - Mieter - Gewerbebetriebe und Einzelhandel aus Bayern.
Vermehrte Radfahrständer in den Seitenstraßen usw. sollten vernünftige Zweiradfahrer abhalten, wie Wahnsinnige durch den Fußgängerverkehr zu rasen. Fast wöchentliche Großaktionen mit Meinungsumfragen in den Fußgängerzonen und Podiumsdiskussionen mit allen Entscheidungsträgern sowie Pressekonferenzen und Gespräche mit dem Oberbürgermeister brachten auch das Verständnis in der ganzen Bevölkerung.
Im März 1982 wurde unsere erste Auflage " MÜNCHNER SCHAUFENSTER " über 100 000 Stück verteilt. Weitere 3 Auflagen mit je 300 000 Stück folgten.
Eine Sonnwendfeier auf dem Königsplatz mit Feuersprung und Schafkopfrennen - Ehrengäste in Vertretung des Ministerpräsidenten Frau Marianne Strauß sowie viele Mandatsträger.

STADTGRÜNDUNGSTAG
da bis zum Jahr 1981 von der Stadtspitze zum Jahresgeburtstag nur immer ca. 700 Ehrengäste eingeladen wurden, machte Herr Strauss den Vorschlag ein öffentliches STADTGRÜNDUNGS FEST zu organisieren, um endlich allen Vereinen, Verbänden und Handwerkskammern die Möglichkeit zu geben sich kostenlos den Münchner Bürgern präsentieren zu können. Der Oberbürgermeister gab dafür seine Zustimmung und somit war beschlossen, dass wir das
ERSTES STADTGRÜNDUNGSFEST für a l l e Bürger am 20. JUNI 1982
durch die IGM organisiert wurde.
Dieses Stadtgründungsfest wurde durch uns 8 Jahre unbürokratisch mit selbstloser Hilfe der zuständigen Dienststellen, mit jährlich ca. 500-1200 Mitwirkenden und ca. 300 000 - 500 000 Zuschauern für unsere Münchner durchgeführt. Auf drei Bühnen waren Kinderaufführungen - internationale Folklore - Künstlerausstellungen - Operettenaufführungen des Gärtnerplatztheaters, Gesangstars und Bands aus aller Welt usw.usw. kostenlos. Siehe BILDSEITEN.
Eine kleine Anekdote zu Spenden : Herr Oberbürgermeister schrieb 348 Großfirmen und Banken an, um für das Stadtgründungsfest für alle Münchener Bürger einen kleinen Beitrag zu leisten. Das Ergebnis war insgesamt 348.- DM der Hauptsponsor war die Stadtsparkasse mit 100.- DM

Dankesschreiben des Oberbürgermeisters, Prof. Matiesek - Polizei - Dienststellen, Künstlern und Gästen aus aller Welt waren unser Erfolg. Natürlich haben wir Transparente an allen Autobahnbrücken aufgehängt -Werbeplakate in den Schaufenstern und viele Programmhefte im Vorfeld verteilt, um das Gelingen für ein großes Fest zu unterstützen.
Mit Fotowettbewerben und Fussgängerrallyes mit dem Schulreferat und Urkunden von F.J.Strauß lernten die vielen Jugendlichen wieder ihr München kennen.

Auszeichnung für den nettesten Mitarbeiter im öffentlichen Dienst
AKTIONEN und PODIUMSDISKUSSIONEN
AKTION mit der AZ lebende Rathausfiguren
AKTION " Wildes Plakatieren " Verschandelung oder lukratives Geschäft ?
"Ersticken wir im Müll "( Vorstellung der Umweltschiene u. Aktionen zum Umwelttag)
"Textiltaschen statt Plastiktaschen " " Polizei und Bürger " mit den Polizeipräsidenten Schreiber und Häring.

"Wer rettet die Münchner Innenstadt" mit OB; AZ, BODE; Gewerbeverband IHK; ambulantes Gewerbe; EH; "Ramsch-Christkindlmarkt"; "Viktualienmarkt der Markt für Millionäre";
"Bettelstaat oder Sozialstaat"; "Sind wir Bürger rücksichtslos und unsere Verwaltung tatenlos" usw.

Mit diesen Veranstaltungen haben wir die Missstände Münchens dokumentiert und Alternativen aufgezeigt. Wir haben nach Jahren rückwirkend die Gemeinnützigkeit für unseren eingetragenen Verein vom Finanzamt erhalten (da die Spenden nur über die Stadt München laufen konnten). Aufgrund der Gemeinnützigkeit mussten wir den Verein auflösen, da das Finanzamt die Werbekosten aus den drei Auflagen des MÜNCHNER SCHAUFENSTERS mit ca. DM 70.000.-nach versteuern wollte. Bis heute sind wir kein VEREIN und erheben keine Mitgliedsbeiträge. Alle Aktivitäten werden ehrenamtlich mit viel Idealismus und Engagement für unsere Heimatstadt München weitergeführt.